Es gibt eine Menge Bands, die gehypt werden, jede Woche kommen durch MySpace, die einschlägige Presse und unzählige Blogs neue daher und man verliert in dieser Flut schon mal leicht den Überblick. Vorletztes Jahr waren Tapes ‘n Tapes so eine Band.
Nachdem sie nun mit Walk it off den Zweitling veröffentlicht haben, kann man sich fragen, was unter dem Strich von dem Geheimtipp übriggeblieben ist. Offensichtlich nicht viel, die Halbwertszeit eines Hypes scheint immer geringer zu werden und der trendige Indielektuelle vergisst oder ersetzt seine neue Lieblingsband schnell. Denn beim Konzert im Kölner Gebäude 9 gibt es kein Gedränge, keine vollen Hallen. Nur eine Handvoll Jungs und Mädchen in Röhrenjeans hat sich versammelt. Kommt vielleicht auch daher, dass eben Walk it off nicht so recht zu überzeugen wusste. Wo das Debütalbum noch groß auftrumpfen konnte mit wackeligen und knarzigen Zwischentönen, geht dieser Charme des Schrägen auf dem neuen Album etwas verloren.
Mehr Freunde werden die Tapes ‘n Tapes sich auch nicht im Gebäude gemacht haben. Denn sie bleiben blass und farblos, was aber Gott sei Dank zumindest nicht an ihnen liegt. Der Ton bzw die Probleme damit machen ihnen einen gehörigen Strich durch die Richtung. Warum auch immer, aber der Gesang kann nur dann die Instrumentierung überschallen, wenn Josh Grier in das Mikrofon schreit. Zwar kommt das oft genug vor, lässt die Zuschauer aber auch erst im letzten Drittel des Konzerts aufwachen, wenn Tapes ‘n Tapes ihnen Hits wie Manitoba oder In Houston vor den Latz knallen. Das reicht dann auch einfach nicht.
Was die Band dazu sagen würde? Keine Ahnung. Aber in The Iliad singen sie „At least we tried to make it.“ Sie bemühten sich redlich, aber letzten Endes ohne Erfolg.