Im Rahmen der c/o pop fanden in Köln dieser Tage eine Reihe von Events statt: Konzerte, DJ-Sets, Filme und vieles mehr luden zum kurzweiligen Vergnügen in der Domstadt ein. Gleichzeitig ist die c/o pop aber auch Messe für Musikschaffende. Im mittlerweile fünften Jahr geht das Festival in die Vollen und beschert den Besuchern neben elektronischer Musik auch so manchen Künstler aus einem eher entfernt gelegenen Genre.

 

Wie José González. Der schwedische Akustikgitarrist mit argentinischen Wurzeln dürfte ein Konzert auf der MS RheinEnergie spielen.
Nach anfänglichen Unklarheiten über den Beginn der Veranstaltung (der Aufdruck auf den Tickets entsprach nicht dem Timetable der Internetseite) fanden sich die Zuschauer lieber früher als später ein. Was auch gut war, denn das Hauptdeck des Schiffes war bestuhlt. Frei nach dem Motto „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ hatte man dann das Glück relativ weit vorne zu sitzen.

 

Was aber höchstens für die beiden Supports wichtig war. Der eine, Tom Ashcroft, vereinte Musiker, Animateur und Entertainer in einer Person; der andere, Norman Palm, ließ es viel ruhiger angehen, überzeugte aber durch eine ausgefeilte Videoinstallation im Hintergrund. Beide hatten aber eins gemein: man wollte hinsehen, nichts verpassen.

 

Als es dann dunkler wurde, kam die Stunde des José González. Seine Konzerte sind einfach gehalten, kein unnötiger Schnickschnack, kein Gerede. Überraschend auch, dass er offensichtlich Begleitung hatte, später gesellten sich für ein paar Songs ein Bongospieler, ein Trompeter und eine Dame mit Klangholz zu ihm, die ihm auch stimmlich unter die Arme griffen. Nicht, dass er das nötig gehabt hätte.

Pünktlich zu seinem zweiten Lied legte dann auch die RheinEnergie ab und fuhr langsam flussaufwärts an der beleuchteten Rheimpromenade entlang. Man wusste gar nicht, wo man hinschauen sollte. Zur Bühne und zu dem Mann, der schneller auf seiner Gitarre spielen kann als sein Schatten oder nach draußen.
Generell ist es aber so, dass Konzerte des Schweden Kopfkino sind. Man muss nicht zusehen. Augen schließen und zuhören reicht vollkommen. Seine dunkle Stimme dringt durch einen hindurch und mit seiner Gitarre bringt er Trommelfelle zum Vibrieren. Außerdem kann man sich darüber freuen, dass seine Songs so kurz sind, denn so spielt er sich komplett durch seine Alben und niemand vermisst sein Lieblingslied. Besonders frenetisch wurden seine frühen Hits Crosses und Heartbeats begrüßt.

Doch auch das schönste Konzert muss einmal zuende gehen und nach knapp einer Stunde legte die MS RheinEnergie wieder an der Promenade an und entließ die Zuschauer in die Nacht. Sehr zufrieden.

 

 

[José González Webseite MySpace]

[c/o pop Webseite]

Einen Kommentar hinterlassen

*
*