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Alle Jahre wieder.

Wer aber nun glaubt, dass das ein Loblied auf George Michael und Wham! werden wird, hat leider Pech gehabt. Auch biete ich keinen kostenlosen, legalen Download des kitschigsten Liedes der Weihnachtszeit an.

Wohl aber den Verweis auf die schöne Seite last-christmas.com, die sich intensiv mit dem gleichnamigen Song auseinander setzt und immer wieder neue Interpretationen davon findet. Von Metal über Folk zu Hip Hop finden sich zahllose Beispiele bekannter und unbekannter Bands, die sich Last Christmas gewidmet haben, teilweise sogar mit Video. 
Im ganzen sind es genau 381 Cover, die die Internetseite beherbergt und auch heruntergeladen werden können.

Fazit: manchmal schön, meistens aber schrecklich. 

 

 

Als Vorgeschmack aber schon mal das Video. Merry Christmas.

Die Paralympics sind noch dran, aber die Olympischen Spiele haben genau wie der Sommer schon ins Gras gebissen. Bis zum nächsten Mal.

Ein Video wie ein Abgesang auf etwas, das sich dieses Jahr nicht mehr wiederholen lässt. Jugend, Spätsommer, Zerstörung. Let’s disappear till tomorrow. Mindestens.

 

 

[Foals Webseite MySpace]

Noch letztes Jahr vermochten Radiohead mit dem Onlinerelease ihres Albums In rainbows Fans, Kritiker und die Musikbranche gleichermaßen in Extase wie auch in Erstaunen zu versetzen. Nachdem seit Jahren heftig und kontrovers darüber diskutiert wird, wie weiterhin Tonträger an den Mann gebracht werden können, war das ein erstes Ausrufezeichen. Weitere Bands wie die Raconteuers oder Nine Inch Nails zogen nach.

 

Nun sind es also Bloc Party, die auf ihrer Internetseite einen Downloadbereich geöffnet haben, in dem man sich das dritte Album der Briten für fünf Pfund als MP3 kaufen kann. Ein physischer Release von Intimacy ist für den späten Oktober geplant. Neben einem vernünftigen Booklet erwartet die Fans dann sogar noch ein Plus: mehr Songs sollen den Weg auf die Platte finden und so einen Anreiz zum Kauf bieten.

2007 veröffentlichten Bloc Party mit Flux eine Single, die mehr als deutlich die Entwicklung weg vom New Wave zum Elektro zeigt. Ein Funprojekt vielleicht, denn die Single ist mehr Techno als Scooter jemals sein werden. Allerdings schaffte es der Song nicht auf das Album. Höchstwahrscheinlich auch deshalb, weil sich an Flux die Geister scheiden. Ist das schon genial? Oder ironisch zu verstehen? Oder einfach nur grottenschlecht?
Verständlich, dass Bloc Party den Fans diese Entscheidung nicht auf Albumlänge überlassen wollten und daher mit gebremsten Schaum daherkommen.

Aber auch auf Intimacy gehts elektronisch hoch her. Während Silent alarm sich durch überbordene Gitarrenriffs auszeichnete und A weekend in the city eher ein politisches als ein musikalisches Statement war, ist es nun an der Zeit gewesen, den Übergang zu vollziehen. Mutig zu sein, der Weiterentwicklung nicht im Weg zu stehen. Natürlich wird man von dem geprägt, was man sieht, liest oder hört. Und auch jeder weiß, dass das Elektroding ganz groß im Kommen ist bzw schon längst freundlich an die Tür geklopft hat. Kele Okereke hat anscheinend aufgemacht und adaptiert einen Teil dieses Genres nun für und auf seine Musik. Da werden die Gitarren kurzzeitig weggeschlossen und der Laptop ausgepackt. Elektronische Verstärker, Drummaschinen, Verzerrer, all das und noch vieles mehr empfängt und umschließt den Zuhörer. Was nicht heißen soll, dass man völlig auf herkömmliche Instrumentierung verzichtet. Vielmehr ist der elektronische Schnickschnack eine Art Grenzerfahrung: was kann man machen ohne live zu versagen, aber trotzdem all die Ideen zu verwirklichen, die sich im Laufe der Zeit ansammeln?

 

Hinter Intimacy steht ein großes Fragezeichen. Denn viele Fans sahen schon in A weekend in the city nur einen Ausrutscher. Das Debütalbum war eben eine Platte mit gradliniger aber intelligenter Tanzmusik, die einen beim ersten Anhören umgeworfen hat. Und auch der Nachfolger hatte durchaus seine großen Momente (jeder, der etwas anderes behauptet, sollte sich Sunday noch mal anhören und die ganze U2eske Scheiße ausblenden!).

So wird es auch mit Intimacy sein. Biko knüpft nahtlos an I still remember an. Mercury verspricht hinter seiner verschrobenen Fassade einen Dancefloorhit, One month off und Trojan horse hauen in dieselbe Kerbe. Signs mit seinem Geplinge lädt zum Träumen ein.
Grade gegen Ende wird das Album jedoch immer düsterer. Wenn schon A weekend in the city der nächtliche Streifzug durch London war, ist Intimacy ein Ableuchten der Abgründe. Wo die Sonne niemals scheint, ins Innere des Menschen. Weniger versöhnlich oder hoffnungsvoll als der Vorgänger und noch böser.

Vieles kommt einem bekannt vor, wie die Variation eines Themas. Eine Mixtur aus den beiden Vorgängeralben. Intimacy ist dadurch sicherlich kein schlechtes Album, es ist aber längst nicht so innovativ wie immer propagiert wird.

 

Intimacy: Ares; Mercury; Halo; Biko; Trojan horse; Signs; One month off; Zepherus; Better than heaven; Ion square [10]

 

[Bloc Party Webseite MySpace]

„Ja ist denn schon wieder Winter?“ könnte man fragen, wenn man sich das Debütalbum von Bon Iver alias Justin Vernon anhört. Das allein kommt nicht von ungefähr, ist doch Bon Iver die Verballhornung des französischen bon hiver, des guten Winters. Auch die Wahl des Namens ist ein weiterer Puzzlestein des gesamten Projekts. Vernon begab sich nämlich vor ein paar Jahren in die Abgeschiedenheit Wisconsins und lebte dort drei Monate lang um sein Debütalbum zu schreiben und aufzunehmen. Allein. Im Winter. Versteht sich ja von selbst.

Nach seiner Rückkehr veröffentlichte er dann dieses Album erst einmal selbstständig, nach einem kleinen Achtungserfolg wurde das Indielabel Jagjaguwar auf ihn aufmerksam und brachte die Platte in einer vergrößerten Auflage auf den Markt.
Zudem wurden zwei seiner Songs in den Ärzteserien Grey’s Anatomy und House M.D. gefeatured.

All das Drumherum mit dem Namen und dem Cover (Blick durch ein zugeschneites Fenster auf einen kahlen Baum) gibt das Programm vor: hier heult wieder einmal der Mensch vor Einsamkeit in einer unwirklichen Landschaft. Jedoch nicht auf diese mimosige Conor Oberst-Art und Weise, quengelig und quäkig klingt Vernons Stimme zu keiner Zeit. Eher wie ein Kaminfeuer plus Bärenfell davor. Allerdings muss man sich auf einen Mann im Falsett einrichten, so was ruscht schon mal raus, wenn man den Mond anwinselt.
Ansonsten sind die Songs klar durchstrukturiert, kein unnötiges Rumgepimmel auf irgendwelchen Instrumenten, die man nur benutzt um möglichst cool und indie zu sein. Gitarre reicht ab und an auch vollkommen.

Als Antwort auf die Frage, ob der August zu den Wintermonaten dazu gezählt werden darf, reicht nur ein Blick aus dem Fenster. Zwar ist Deutschland nicht Grönland, aber angesichts der Temperaturentwicklung kann man sich schon mal einen warmen Kakao machen, eine Wolldecke um die Füße wickeln und For Emma, forever ago in sein Musikabspielgerät einwerfen.

 

For Emma, forever ago: Flume; Lump sum; Skinny love; The wolves (Act I and II); Blindsided; Creature fear; Team; For Emma; Re: Stacks [9]

 

[Bon Iver Webseite MySpace]

Keine Frage, es gibt Songs, deren einzige Daseinsberechtigung ist es, einen prima Sommerhit abzugeben. Nicht mehr und nicht weniger. Jedes Jahr gibt es wieder so etwas. Das ist so sicher wie Last Christmas zu Weihnachten.

 

Dass grade Kid Rock dieses Jahr den goldenen Blumentopf damit gewinnt, hätte wohl niemand gedacht. Er wahrscheinlich auch selber nicht, war doch sein All summer long nicht mal als Singleauskopplung geplant. Aber erstens kommt immer alles anders und zweitens als man denkt und so wurde das Lied, das eigentlich ein Mischling aus Sweet home Alabama von Lynyrd Syknyrd und Werewolves of London von Warren Zevon ist, solange von irgendwelchen Radiostationen gespielt, dass es einfach herausgebracht werden musste.

Natürlich kann man nun darüber streiten, wie gut oder schlecht der Song ist. Dazu aber nur eins: er ist von Kid Rock. Das sollte man immer im Hinterkopf haben. Nach gefühlten 385621013558 Mal Hören weil Dauerbeschallung durch sämtliche Radiosender der Republik ist einem aber selbst das egal. Fertig ist die Gartenlaube.

 

 

[Kid Rock Webseite MySpace]

Wunderbarer Pop von Albert Hammond, Jr. aus dem 2006er Album Yours to keep. Dazu ein Video vom Schauspieler Joaquin Phoenix, das wahrscheinlich die Entdeckung der Langsamkeit ist.

Klingt nach den berüchtigten drei „S“: Sommer, Strokes, Seventies. Was will man mehr (vielleicht noch Sonne?).

 

 

[Albert Hammond, Jr. Webseite MySpace]

Home taping never killed music! schreibt der brititische Onlinevertrieb Suck UK auf seiner Internetseite über eines seiner Produkte. Dabei handelt es sich um einen MP3-Stick, der in einer als Tape gestalteten Hülle daherkommt.

 

Mixtape Suck UK

 

Das Prinzip ist ähnlich einfach wie bei einem regulären Mixtape: auf dem beigefügten Stick lassen sich bis zu 64 MB Musik (rund 60 Minuten) speichern. Dieser wird dann in das Mixtape eingesetzt, danach wird das Booklet beschriftet und ab geht die Post an die Liebste oder den, den man als potentiellen Partner ins Auge gefasst hat. Denn mal ehrlich, wer kann heutzutage noch davon ausgehen, dass jemand einen Walkman besitzt? Trotz alledem sollte niemand auf ein Mixtape verzichten müssen, das mehr sagt als tausend Worte.

Schöne Idee und gelungene Umsetzung für die Generation 2.0, die eh keine Zeit mehr für das ganze altmodische Zeugs hat. Keine Sau setzt sich stundenlang hin, bastelt an einer Playlist und versucht dann noch, das Ganze passend auf eine Kassettenseite zu bekommen… so kann man wenigstens versuchen, die gute alte Zeit wiederaufleben zu lassen.

 

[Suck UK Webseite]